Urbiller (=“Kinighaus“ oder Althaus)
Gall Pipperger starb bereits am 19. Oktober 1765 und überließ seiner Tochter Margareth neben dem Pippergeranwesen auch das Kinighaus. In Folge eines Tauschvertrages um das Pippergergut bekam im Jahre 1773 auch das Kinighaus mit Thoman Tasser einen neuen Besitzer. Nach dem Tod des Thoman Tasser am 20. Jänner erhielt dessen Sohn das gesamte Nachlaßvermögen, also auch das Kinighaus, welches aus folgenden Realitäten bestand: Feuer und Futterbehausung ohne Badstube, die verkauft worden ist - Krautgarten von 10 Klaftern - Angerle von 1 1/2 Joch. Inhaber der Grundherrschaft war die Gerichtsherrschaft Taufers.
Peter starb am 22. März 1832 im Alter von 61 Jahren. Sein Sohn gleichen Namens übernahm das Kinighaus. Dieser Name kommt noch 1800 überhaupt nicht mehr vor. In den Quellen ist meistens nur die Rede von einer Soldbehausung. Etwas später taucht der heute kaum noch bekannte Name "Althaus" oder "Altes Haus" auf.
Pipperger
Das Pippergergut gehörte laut Steuerbeschreibung des Jahres 1630 zu den zwei größten Höfen von St. Peter. Es wird darin folgendermaßen beschrieben:
„Pangrazen Pippergers paurecht liegt unter der Wasser- und Längefahr, sät järlich bei 28-30 Star allerlei Korn aus, führt Rinder 18, Roß ainß, Kleinvieh 40 häbt“
Das Pippergergut wurde mit 2000 Gulden bewertet. Als Grundherr scheint das „Frauenkloster an Meran“ auf.
Im Jahre 1772 heiratet Margareth Pipperger den Josef Aschbacher, Stockmayr in Luttach. Wahrscheinlich wurde der Pachtvertrag damit vorzeitig aufgelöst. Im Jahr 1773 kam im Rahmen eines Tauschvertrages ein neuer Besitzer auf das Pippergergut. Josef Aschbacher und seine Frau Margareth Pipperger übergaben dem Thoman Tasser, Obergruberbauer in St. Peter, das Pippbergergut, während sie von demselben „die ganze Wirtsbehausung bei St. Martin in Ahrn“ erwarben. Da diese nur einen Wert von 1800 Gulden, das Pippergergut hingegen einen Wert von 8060 Gulden darstellte, verblieb Thoman Tasser als Käufer des Pippergutes den Eheleuten Josef Aschbacher und Margareth Pipperger ein „Tauschgeld“ von 6260 Gulden schuldig.
Thoman Tasser starb am 20. Jänner 1785. Dessen Sohn Peter wurde neuer Besitzer des Pippergutes.
Dieser hatte es bis zu seinem Tod am 22. März 1832 inne. Mit seiner Frau Anna Gasteiger hatte er 9 Kinder, von denen 5 noch minderjährig waren. Dazu zählte auch der zweitälteste Sohn namens Peter, der das Pippergergut übernahm. Folgende Realitäten gehörten dazu:
Feuer- und Futterbehausung, das Zuhaus mit Feuer- und Futterbehausung, Krautgarten von 20 Klaftern, Mühle mit Stampf, Wiemahd von 30 Tagmahd, Ackerbau von 15 Joch, Galtmahd oder Lecher mit Birken besetzt von 20 Tagmahd, Wald von 20 Morgen, Bergmahd von 60 Tagmahd, Alpe im Poinland zu 20 Rindern udn 3 "Happl", Soldbehausung in der Marche mit Feuer- und Futterbehausung ohne die Badstube, die verkauft worden ist, Krautgarten von 10 Klaftern und ein Anger von 1 1/2 Joch.
Nach dem Tod von Peter Tasser war auf dem Pippergergut ein Inventar aufgenommen worden. Die Tiere befanden sich auf der Alm.
Es waren folgende:
11 Melchkühe 352 Gulden, 6 Galtrinder 96 Gulden, 4 Zieglkälber 38 Gulden, 2 schlechte Schweinlein 2 Gulden, 6 Gaise 14 Gulden 24 Kreuzer, 2 Kitzer 2 Gulden 12 Kreuzer, 47 Schafe 112 Gulden 48 Kreuzer
Damit der neue Besitzer Peter Tasser durch die Auszahlung der Erbgelder nicht in finanzielle Schwierigkeiten kam, hatte sein Vater in seinem Testament bereits verordnet, daß die großjährigen Kinder innerhalb der nächsten 3 Jahre auf ihre Erbgelder nur bei unbedingter wirtschaftlicher Notwendigkeit Anspruch erheben durften.
Peter Tasser starb am 11. März. Er war mit Maria Künig, Hofertochter aus St. Peter, verheiratet und hatte mir ihr 2 Kinder. Der einzige Sohn namens Peter erhielt das Pippergergut und dessen Schwester Maria einen Erbbetrag von 5736 Gulden, 68 Kreuzer.
aus: Höfe- und Häusergeschichte von St. Peter in Ahrn ab dem Jahr 1630 von Rudolf Fischer